PE: Einjähriger Friedensmarsch gegen Atomwaffen startet am 6. August auf Sylt

Nahezu abgeschlossen sind die Vorbereitungen für eine ungewöhnlich aufwendige und lange Friedensaktion: ein fast einjähriger Marsch vom nördlichsten Gebäude Deutschlands – dem Leuchtturm am „Ellenbogen“ auf Sylt - bis zur Zugspitze im Süden Bayerns.

Die Idee dazu entstand während einer internationalen Konferenz gegen Atom- und Wasserstoffbomben im August 2008 in Hiroshima, in der aus Deutschland unter anderem der Organisator der bundesdeutschen Aktion, Dr. Manfred Sohn, teilgenommen hat. Dort ist aus mehreren Ländern berichtet worden, man wolle auf den herannahenden 65. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima nicht nur durch Aktionen im August 2010 selbst aufmerksam machen, sondern schon im Vorfeld durch mehrmonatige Friedensmärsche die Forderung unterstreichen, dass sich diese Katastrophe nie wiederholen dürfe. „Es schien mir naheliegend, dies auch in Deutschland zu versuchen – zumal in Büchel immer noch rund 20 Atomwaffen auf deutschem Boden lagern.“

Die Aktion reiht sich ein in Bemühungen von Friedenskräften in aller Welt, bis zum Mai 2010 Millionen von Unterschriften unter einen „Appell für eine von Kernwaffen befreite Welt“ zu sammeln. Diese Unterschriften sollen dann in New York den Teilnehmern der dort stattfindenden Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrages überreicht werden.

Um die Aufmerksamkeit für diese Unterschriftensammlung zu erhöhen, will Sohn nun mit Gleichgesinnten eine Fahne mit der Aufschrift „Friedensmarsch zum Gedenken an Hiroshima 1945 – 2010 – für eine Welt ohne Atomwaffen“ von Sylt bis zur Zugspitze tragen. „Die Resonanz aus der ganzen Republik macht mich sehr zuversichtlich, dass ich diese Fahne nur teilweise tragen muß – schon am Start werden wir dank der aktiven Frauen und Männer der „Initiative Sylter für den Frieden“ in zweistelliger Zahl loslaufen und eine ordentliche Unterschriftensammlung auf Westerland durchführen.“ Über Niebüll geht es dann weiter bis nach Flensburg. Dort organisieren Friedenskräften am 9. August eine kleine Kundgebung, bei der um 11:02 des Abwurfs der zweiten Atombombe auf Nagasaki erinnert werden soll.

Weitere Etappen führen dann über Kiel, Hamburg, Niedersachsen und Hessen bis zur Schlußetappe nach Bayern, die für den Frühsommer 2010 geplant ist.